Jules Spinatsch,  und weitere

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Seit Ende des 18. Jahrhunderts unternehmen Menschen auf der ganzen Welt Fussmärsche, nicht nur über die Alpen, sondern auch, um für ihre Rechte zu demonstrieren oder Ungerechtigkeiten anzuprangern. Die Geschichte zeigt, dass mit solchen Märschen Druck ausgeübt wird, sei es im Kampf um die Unabhängigkeit eines Landes (Gandhis Salzmarsch, 1930), zum Erlangen von Bürgerrechten (Märsche von Selma nach Montgomery, 1965) oder für die Gleichberechtigung homosexueller Menschen (die ersten Gay Prides, 1970).


Ab den 1970er-Jahren begannen gewisse Künstler, den Marsch als künstlerisches Medium zu nutzen. Die Arbeit von Hamish Fulton ist in diesem Bereich eine der sinnbildlichsten, wie es seine künstlerische Devise besagt: «No walk, no work». Andere, wie Fischli & Weiss, Joseph Beuys oder Pipilotti Rist, haben Werke geschaffen, die einen Marsch darstellen oder beinhalten, beispielsweise eine Identitätssuche, Anprangerung von Gewalt oder als Mittel, um die Welt zu verändern.


Die Ausstellung En Marche, die von Juni 2017 bis Januar 2018 im Ausstellungszentrum Le Pénitencier in Sitten geplant ist, wird vom Kunstmuseum Wallis ausgerichtet. Mit ihrer wissenschaftlichen, transdisziplinären Spannweite möchte die Ausstellung einen thematischen Dialog zwischen Kunstwerken, Objekten und Dokumenten verschiedener Sparten schaffen. Vom Fussabdruck zur Grenzüberschreitung, vom Besteigen von Bergen zur politischen Demonstration – die Ausstellung befasst sich mit dem Fussmarsch basierend auf der Idee, dass dabei Körper und Geist in Gang gesetzt werden: einen Schritt machen bedeutet, eine Entscheidung treffen; in eine bestimmt Richtung gehen bedeutet, seine Meinung äussern.