ArtStadtBern

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Nicht nur die Bilder von Brigitte Lustenberger sondern auch das geschichtsträchtige Umfeld des Erlacherhofes verströmen einen Hauch der Vergänglichkeit. Leise und geheimnisvoll erzählen ein Akt, ein Porträt und ein Stillleben Geschichten über die unüberbrückbare Distanz zwischen Ideal und Wirklichkeit.  


Im Gemeinderatsaal im Rahmen der ArtStadtBern spielt Brigitte Lustenberger in ihrer Ausstellung "Prolog of an elegy" mit dem Verfall, mit der Schönheit des Dahinschwindenden und der Zersetzung, aber auch mit der Traurigkeit nicht erreichter Ziele, – ganz im Sinne der Schillerschen Deutung einer Elegie: trauernd über die scheinbar unüberbrückbare Distanz zwischen Ideal und Wirklichkeit. Ein Gefühl, das – trotz aller politischen Erfolge – der Sitz der Stadtberner Exekutive latent ausstrahlt.


Die drei Bilder stehen für drei verschiedene Genres der Fotografie und sind als verdichtetes Vorspiel eines Dramas (Prolog of an elegy) angelegt. Das Werk "For better for worse" (Teil des Ehegelübdes) zeigt zum Beispiel ein Stillleben eines leicht dahin welkenden Wildrosenstrausses und verweist nicht nur auf die zärtliche Schönheit des Vergänglichen hin.


Die Künstlerin arbeitet mit einer Grossformat Kamera, recycelt frühere Arbeiten, scannt, löst Fotografien im Wasser auf und nimmt sich zwischendurch auch das iPhone zur Hilfe. Mit dem Licht als wertvollsten Verbündeten stellt sie Blumen, Gesichter und nackte Körper dar, um geheimnisvolle, leise Geschichten zu erzählen – als ein Prolog of an elegy.