Roger Eberhard

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“Once it held laughter, once it held dreams. Did they throw it away, did they know what it means”


– Tom Waits, aus House Where Nobody Lives


Die Ausstellung den aufstrebenden 28-jährige Zürcher Künstler Roger Eberhard (*1984) zeigte seine neue Werkgruppe, die in Hamburg entstand. Sie behandelt die Auswirkungen von Fluglärm und zeigt eine entvölkerte Strasse im Dorf Neuenfelde, wo die Stadt Hamburg Häuser kaufte, um Klagen gegen den Pistenausbau des nahegelegen Airbus-Werks zu verhindern. Neuenfelde ist zum Geisterdorf mit scheinbarer Vorstadt-Idylle verkommen: Die Rasenflächen sind gemäht, gelegentlich schalten sich Lichter an, nachts patrouillieren Wachmänner. Doch längst ist jedes Leben aus diesen Häusern gewichen. «Once it held laughter, once it held dreams», singt Tom Waits in «House Where Nobody Lives». Roger Eberhard hat sich Waits’ Zeile für seine erste Soloausstellung in der Galerie geborgt. Der Künstler präsentiert Arbeiten, die eine staatlich vorgegaukelte Idylle, eine herrschaftliche Konstruktion von Harmonie zum Thema haben. Es sind Themen wie Isolation, Migration und Entfremdung, die sich durch Eberhards Werk ziehen: Mit «Tumulus» (2011) dokumentierte Eberhard eine verlassene Insel in British Columbia, «In Good Light» (2011) rückte Obdachlose ins Licht und für «Wilted Country» (2010) reiste der Künstler durch den Mittleren Westen der USA, wo er verwaisten Dörfern nachspürte.