Linus Bill

Linus Bill studiert Fotografie an der Zürcher Hochschule der Künste und wurde mit seinen Fotografien, die auf seinen Streifzügen mit Freunden entstanden sind, bekannt. Als Gewinner des Atelierstipendiums des Kantons Zürich verbrachte Linus Bill das letzte halbe Jahr in der Cité des Arts in Paris, und auch 2009 wurde Bill am Hyères - Festival International de Mode et de Photographie mit dem Photography Jury Grand Preis ausgezeichnet.


Über seine Arbeiten


Seine Bilder dokumentieren das Leben von Jugendlichen und bedienen sich vordergründig einer typischen Werbeästhetik. Dadurch, dass Bill mit seiner Kamera nicht eindeutige oder clichierte Situationen festhält, sondern skurrile, zum Teil unergründlich Zwischenmomente in den Fokus rückt, erhalten seine Bilder einen besonderen Charme und Humor.

Als in Paris und weg von seinem gewohnten Umfeld, begann er sich für neue Techniken zu interessieren und durch die Auseinandersetzung mit dem Medium Zeichnung wurde sein Schaffen allmählich freier und unabhängiger. Der vertraute Umgang mit der Fotografie wollte er aber nicht ganz aufgeben und liess sich auf einen Kompromiss ein. Er begann mit einer Taschenlampe auf Fotopapier zu zeichnen.


Er funktionierte die kleine Küche in seinem Pariser Studio in eine Dunkelkammer um, benutzte modifizierte Taschenlampen als Mittel zum Zeichnen und begann damit eine neue Welt von Charakteren zu kreieren. Im Dunkeln zeichnete er über siebenhundert Köpfe. Die Porträts zeigen freche Banditen oder Monster, die zwar nichts Bösartiges doch sehr wohl etwas Verschmitztes an sich haben.


Diese Technik erlaubte Bill auf unverkrampfte Weise zu zeichnen, ohne einem perfekten Vorbild folgen zu müssen. Der Akt des Zeichnens kommt somit sehr spontan und unbefangen zum Vorschein. Die Eigenheit der Strichführung und die Reaktion des Lichtstrahles auf dem Papier ergeben zudem eine Art Graffiti-Effekt und verleihen den Bildern einen Street-Art Charakter.


Wie in seinen Fotografien lässt Bill in seinen Zeichnungen, die er als ‚Licht auf Fotopapier’ bezeichnet, viel Raum für eigene Projektionen. Nicht das Eindeutige sondern das Angedeutete scheint den Künstler zu interessieren. Er zieht das Unperfekte dem Perfekten vor.

Ausgewählte Einzelausstellungen

2010    
„Am besten man bleibt zu Hause (WT)" Grand Palais, Bern, Schweiz
„"The Greatest Hits Vol. 1" Foam Photography Museum, Amsterdam, Niederlande

2008     
„Wir nehmen auch Euro" Dummy Galerie, Berlin, Deutschland
„He Who Talks Loud Saying Nothing" The Journal Gallery, New York, Vereinigte Staaten

2007    
„gehr sut" Wartesaal, Zurich, Schweiz

2006     
„Nur Häuptlinge und keine Indianer" Galerie Hafen+Rand, Hamburg, Deutschland

Ausgewählte Gruppenaustellungen

2013    
Werk- und Atelierstipendien der Stadt Zürich 2013 - Helmhaus Zürich, Schweiz

2012    
„Cantonale Berne Jura" Kunsthalle Bern, Schweiz
„Painting and Jugs" SI Swiss Institute, New York City, Vereinigte Staaten

„Was nun?" Photoforum Pasquart Biel, Schweiz

2011     
„Was Nun?" Photoforum PasquArt, Biel, Schweiz
„Everyone Is A Photographer" Milieu, Bern, Schweiz
„La Deuxième Chance" Christophe Guye Gallery, Zürich, Schweiz
Aeschlimann Corti Stipendium 2011 - Kunstmuseum Thun, Schweiz


„Kunststück! Fellowship Exhibition" Kunstmuseum Thun, Schweiz

2010     
„Inaugural Exhibition" Christophe Guye Galerie, Zürich, Schweiz
„Orte" Rathausgalerie Kunsthalle, Munich, Deutschland
„Use Me, Abuse Me" New York Photofestival, Smack Mellon Gallery, New York, United States

2009     
Aeschlimann-Corti Stipendium, Kunstmuseum Bern, Schweiz
„Festival International de Photographie Hyères" Villa Noailles, Hyères, Frankreich
„Lead" Hamburger Deichtorhallen, Hamburg, Deutschland

2008     
Kanton Zurich Werkbeiträge Bildende Kunst, F+F Schule, Zürich, Schweiz

2007     
„The Pig in the Poke" powerHouse Arena, New York, Vereinigte Staaten

2006    
„heimlich/unheimlich" Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum, München, Deutschland

Auszeichnungen

2011

Louise Aeschlimann und Margareta Corti Fellowship, Bern, Nominee

2009    
Louise Aeschlimann und Margareta Corti Fellowship, Bern, Nominee
Atelierstipendium des Kantons Zürich
Photography Jury Grand Prize, Festival International de Mode et de Photographie in Hyères.

Publikationen

2013    
SCULPTURES, by Linus Bill & Adrien Horni
Bronze Age Editions

2012    
Topmotiviert.
Rollo Press
Tu M'as Volé Mon Vélo
Colpa   
Topmotiviert
Rollo Press

2011    
La Deuxième Chance
ADC Switzerland

2010    
Ort – Bennie Baumann, Linus Bill, Peter Piller.
Bücher & Hefte

2007    
Meistens macht man die im Haus, aber im Sommer gehts auch draussen.
Nieves
Please Merry Me.
Nieves

2006    
Piss down my back and tell me it's Raining.
Nieves