Corbusier Pavilion – Zurich
Mit der Werkgruppe zum Le Corbusier Pavillon in Zürich führt Stéphane Couturier seine Auseinandersetzung mit moderner Architektur konsequent fort. Der 1967 eröffnete Pavillon, Le Corbusiers letztes realisiertes Bauwerk, erscheint in seinen Fotografien nicht als architektonische Ikone, sondern als strukturelles System aus Raster, Stahl, Glas und Farbe.
Wie in seinen früheren Arbeiten kombiniert Couturier mehrere Ansichten desselben Ortes zu einer neu konstruierten Bildrealität. Durch digitale Überlagerung, Fragmentierung und Verdichtung transformiert er den Pavillon in vielschichtige Bildräume, in denen Transparenz und Reflexion, Innen und Aussen, Konstruktion und Farbe miteinander verschmelzen.
In mehreren Arbeiten überlagert er die Architektur nicht nur mit weiteren Ansichten des Gebäudes selbst, sondern auch mit fotografischen Fragmenten von Le Corbusiers Wandteppichen, die vor einiger Zeit im Pavillon ausgestellt wurden. Diese textilen Motive treten in einen Dialog mit der Stahl- und Glasarchitektur und erweitern das Zusammenspiel von Struktur, Farbe und Oberfläche.
Architektur wird dabei nicht dokumentiert, sondern analysiert und neu komponiert. Der Pavillon dient als Ausgangspunkt für eine autonome fotografische Struktur, die zwischen rationaler Konstruktion und malerischer Abstraktion oszilliert.