Christophe Guye Galerie

Photo London 2026

 – 
Photo London 2026 – Christophe Guye Galerie

Die Galerie Christophe Guye präsentiert eine fokussierte Einzelausstellung von Stéphane Couturier, in der Werke aus E1027+123 – Villa Eileen Gray sowie die neue Serie Corbusier Pavilion – Zurich zusammengeführt werden, die hier erstmals gezeigt wird. Die Präsentation kombiniert fotografische Arbeiten mit einer großformatigen Tapisserie und hinterfragt bewusst die Grenzen des Mediums. Keine der beiden Serien wurde zuvor im Vereinigten Königreich ausgestellt.

Anstatt Architektur lediglich zu dokumentieren, dekonstruiert Couturier sie. Seine Praxis basiert auf digitaler Schichtung, Fragmentierung und Neukomposition, wodurch moderne Gebäude in instabile, bildhafte Strukturen verwandelt werden. In E1027+123 wird die umstrittene Urheberschaft von Eileen Grays Villa E-1027 zu einem visuellen Feld, in dem Grays räumliche Logik und die Eingriffe Le Corbusiers aufeinandertreffen und zu dichten, konstruierten Bildern neu formiert werden.

Die neuen Arbeiten zum Corbusier Pavilion – Zurich treiben diesen Ansatz weiter voran. Der Pavillon wird nicht als Ikone behandelt, sondern als ein System, das analysiert und zerlegt wird. Sein Stahlraster, die Farbflächen und Spiegelungen werden mit zusätzlichen architektonischen Ansichten überlagert und in ausgewählten Werken mit Fragmenten von Le Corbusiers Tapisserien kombiniert, die zuvor im Gebäude ausgestellt waren. Dadurch entsteht eine bewusste Spannung zwischen Architektur und Textil, Struktur und Oberfläche.

Die Einbindung von Tapisserie #1 (2025) erweitert diese Spannung in den physischen Raum, indem fotografische Schichtungen in eine gewebte, materielle Form übersetzt werden. Das Bild ist hier nicht mehr auf die fotografische Oberfläche beschränkt, sondern wird räumlich, haptisch und zeitlich erfahrbar.

Der Ausstellungsstand formuliert ein präzises und in sich geschlossenes kuratorisches Statement: Fotografie ist kein Medium der Repräsentation mehr, sondern ein Ort der Konstruktion. Couturiers Werk positioniert die Architekturfotografie als kritische, produktive Praxis, die sowohl Wahrnehmung als auch Autorschaft destabilisiert.