Stephen Gill

 – 

Der von der Kritik gefeierte Künstler erkundet unablässig die Grenzen des Mediums Fotografie, wobei er eine eigenständige visuelle Sprache einsetzt, die Dokumentarfotografie, Zufall, Experiment und Intervention vereint. Er will mit seinen Bildern die Zeiten, in denen wir leben, widerspiegeln, indem er anscheinend unauffällige, jedoch aufschlussreiche Details des täglichen Lebens festhält und bewahrt.
Mit der Zusammenstellung aus sechs symbolträchtigen Serien veranschaulicht „myeyefellout“ die lebenslange Faszination des Künstlers von der Natur und seinen Dialog mit dem Londoner Stadtbezirk Hackney.

Die Landschaft von Hackney und deren Bewohner bildeten bei Gill seit den späten 1990er Jahren einen grundlegenden Fokus, als er begann, das Gebiet mittels einer Serie von Porträts und Studien zu dokumentieren. Gill empfand die „geradlinige“, deskriptive Fotografie oftmals als einschränkend, da sie nicht fähig war, seine spezifischen künstlerischen Anliegen vollständig zu resümieren und zu vermitteln. Gill nahm die Herausforderung an, die sich aus den technischen Grenzen des Mediums ergab, und er begann, dessen wahrgenommene „Schwäche“ zusammen mit dessen illustrativen Stärken in seinen Ansatz aufzunehmen. Dieser umfasste das Experimentieren mit der teilweisen Entwicklung von Negativen in Energy Drinks (Best Before End), die Zersetzung von Fotos im Erdboden (Buried) sowie die Verwendung von Teichwasser während verschiedener Arbeitsphasen (Co-existence). Die auf diese Weise entstandenen Werke zeigen neue und komplexe Kompositionen, die dem Ort oder Individuum Autonomie verleihen, wesentlichen Einzelheiten Raum geben und die oftmals nüchterne Szenerie umgestalten.