Animal Model – 200 Years of Photography

Als Begleiter, Forschungsobjekt, Symbol, Spiegel oder Projektionsfläche sind Tiere seit der Erfindung der Fotografie aus deren Bildwelt nicht mehr wegzudenken. Die Ausstellung Animal Model lädt zu einer Reise durch zwei Jahrhunderte fotografischer Bilder ein und zeigt, wie das Medium unsere Wahrnehmung von Tieren geprägt und unser Verhältnis zu ihnen – zwischen Zuneigung, Ausbeutung und Schutz – nachhaltig beeinflusst hat. Renommierte Künstlerinnen und Künstler stehen dabei neben anonymen Fotografien. Die Ausstellung entfaltet sich entlang von sieben thematischen Perspektiven: dem anatomischen Blick, der beobachtet und analysiert; dem performativen Blick, der unsere Faszination für Tiere einfängt; dem emotionalen Blick auf unsere tierischen Begleiter; dem faszinierenden Blick, der die Schönheit der Tierwelt feiert; dem ethischen Blick, der Formen der Ausbeutung sichtbar macht; dem ästhetischen Blick, der visuelle, formale und experimentelle Auseinandersetzungen mit dem Tier eröffnet; und schliesslich dem viralen Blick, der sich verbreitet, unterwandert und die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischt.
Von Auguste Bertschs Mikrofotografien des 19. Jahrhunderts über Elliott Erwitts und Martin Parrs Aufnahmen der Beziehung zwischen Mensch und Tier, von Peter Beards Collagen, die persönliche Erzählungen mit ökologischen Fragestellungen verbinden, bis zu Rinko Kawauchis poetischen Beobachtungen, von Simona Kossaks Suche nach einem harmonischen Zusammenleben bis zu William Wegmans spielerischen Kompositionen – die Ausstellung vereint Werke bedeutender Fotograf:innen, die unsere Wahrnehmung des Lebendigen geprägt haben. Zugleich präsentiert sie innovative zeitgenössische Positionen, von den eigentümlichen Kreaturen Augustin Rebetez' und Robin Lopvets über die poetischen Bildwelten Vasantha Yogananthans bis hin zu viralen Bildern und experimentellen Bildpraktiken aus den sozialen Medien. Schliesslich macht die Ausstellung die allgegenwärtige Präsenz von Tieren im kollektiven Bildgedächtnis sichtbar. Gemeinsam entfalten diese Darstellungen ein aussergewöhnlich vielschichtiges Panorama, das dazu einlädt, die Grenzen zwischen Mensch und Tier, Blick und Bild sowie zwischen Wirklichkeit und ihrer Darstellung neu zu überdenken.
Kuratiert von Nathalie Herschdorfer.
Kuratorisches Komitee: Fanny Brülhart, Cécile Nédélec, Manuel Sigrist, unterstützt von Sarah Bourget und Emma Hennegrave.
Die Ausstellung ist eine Koproduktion der Rencontres d’Arles und Photo Elysée, Lausanne.