
Another Love Story zeigt, wie eine intime Wunde in einen entschlossenen Akt der Schöpfung verwandelt werden kann. Ursprünglich als romantische Hommage an ihren ehemaligen Partner konzipiert, der als „X“ bezeichnet wird, wird das Projekt grundlegend überarbeitet, als die Künstlerin entdeckt, dass dieser Mann ein Doppelleben mit einer anderen Frau („Sie“) geführt hat.
In dem Versuch, dieses Trauma zu verarbeiten, holt Karla Hiraldo Voleau die alltäglichen Fotografien aus der Beziehung hervor und reproduziert sie identisch. Mithilfe eines Schauspielers, der aufgrund seiner Ähnlichkeit mit X ausgewählt wurde, kehrt sie zu den Orten und Momenten zurück, die ein Jahr voller Lügen geprägt haben. Die Fiktion scheint der Realität näher zu kommen, denn diesmal ist alles wahr – sie hat die Kontrolle.
In Rasterstrukturen präsentiert, die an einen Social-Media-Feed erinnern, reflektiert die Arbeit über die Inszenierung von Liebe und die ambivalente Rolle der Fotografie – ein Medium der Erinnerung, das die Wahrheit von Gefühlen niemals vollständig festhalten kann. Hiraldo Voleau stellt die Szene des Schmerzes ohne Scham wieder her, im Zentrum des kreativen Prozesses, und verwandelt sie in ein lebendiges therapeutisches Material.